
An dieser Stelle beginne ich einfach mal mit dem Aphorismus:
Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.
Dieser Spruch wird gerne z.B. Kurt Tucholsky zugeschrieben. Der hat es aber wohl doch nicht gesagt. Ich verweise hier mal auf den Sudelblog, der sich seit vielen Jahren mit Tucholsky beschäftigt.
Das Gefühl besteht aber trotzdem bei Vielen, dass es genau so ist. Nach meiner Meinung ist es das aber nur bedingt. Die Wirkung von Wahlen hängt eher davon ab, wie weit der zu wählende von einem selbst entfernt ist.
In seinem Verein bringen Wahlen zum Beispiel ziemlich viel, wer nicht mit dem Kurs der Leitung zufrieden ist, sollte nicht nur meckern, sondern wählen oder sich selbst zur Wahl aufstellen.
Gleiches kann man eigentlich auch für die Bürgermeisterwahlen in Dörfern oder Kleinstädten sagen, wo man dem Bürgermeister vielleicht sogar mal auf der Straße begegnen könnte.
Je weiter weg man von der lokalen Ebene kommt, desto weniger direkten Einfluss hat man aber. Und so entsteht schnell der Eindruck, dass die eigene Stimme nichts mehr zählt und man deshalb auch nicht wählen gehen muss.
Natürlich haben die Nichtwähler auch einen gewissen Einfluss, aber bei den meisten Wahlen ist es egal, ob 20 Prozent zur Wahl gehen oder 99. Wenn man statt nicht zu wählen, aber denjenigen wählt, der seinen eigenen Interessen am nächsten ist, kann man zumindest nach außen zeigen, dass man zufrieden oder unzufrieden mit dem Kurs ist.
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