Wikinger 26

Auch in diesem Jahr wollten wir wieder gemeinsam beim Wikinger auf dem Müggelsee starten. Und nach meinem Start bei der Zeuthen-Regatta (Link zur Vereinsseite), sollte es auch endlich eine weitere ILCA7-Regatta werden und nicht wie im letzten Jahr nur einen mit den ILCA6. Und da ich mich in diesem Jahr nicht mit den Jungen Wilden herumschlagen mußte und es in Zeuthen am Sonnabend eigentlich ganz gut klappte, hatte ich mir als Ziel eigentlich die erste Hälfte oder wenigstens einen Top10-Platz vorgenommen.

Ich kann es vorweg nehmen. Es wurde nix aus einer für mich guten Platzierung. Die Konkurrenz war gut unterwegs und ich hatte meine Schwierigkeiten bei der zeitlichen Koordination, das Wort Timing beim Start trifft es am ehesten, und ich hatte Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit. Auch wenn ich mich mal schnell fühlte, waren die anderen meist schneller. Und der Müggelsee war mal wieder wenig taktisch. Eine Seite raus fahren, zum richtigen Moment umlegen und schon paßte es. Theoretisch zumindest.

Wie schon weiter oben angedeutet, waren wir wieder zu dritt unterwegs. Die beiden Söhne waren in ILCA4 und ILCA6 unterwegs und wesentlich geübter als ich. Schon beim Ablegen hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ich mußte nochmal zurück zum Auto und noch ein Paar Bändsel holen, die ich vergessen hatte. Außerdem hatte ich die halbe Saison nicht mehr auf der Kühlschranktür gesessen und sie fühlte sich fremd an. Ich war auch mit Abstand der letzte auf dem Wasser, kam aber dochnoch kurz vor Elf und damit gerade pünktlich zum Start.

Die beiden ersten Wettfahrten liefen ähnlich, ich hatte Schwierigkeiten beim Anfahren, mir fehlte der Speed, da ich aber halbwegs konsequent links raus fuhr, kam ich nicht viel nach der Spitze an. Die meisten der anderen waren aber auch schon durch.

Auf dem Vorwind waren einige wild am Snaken, es brachte aber nur bei einigen ein bisschen. Ich kämpfte eher gegen das Geigen und versuchte, nicht umzufallen. Und am ersten Leegate fuhr ich defensiv, da mir etwas die Übung fehlte und ich wußte, dass ich sowieso bei direkten Kämpfen verlieren würde und verlor noch zwei Plätze.

snaken auf Vorwind

Auf der zweiten Kreuz vergrößerten sich die Abstände weiter. Einige unmittelbare Gegner blieben aber. Mir fehlte den meisten gegenüber bei Wind aber etwas der Speed, auch wenn ich freien Wind hatte.

wenn einem die ersten auf der Kreuz entgegen kommen

Die Dritte Wettfahrt lief etwas anders. Ich startete etwas näher am Schiff, hatte aber noch schlechteres Timing und fuhr ersteinmal hinterher. Ich suchte mir freien Wind und fuhr dabei sehr weit nach links. Als ich umlegte, hatte ich starke Überhöhe und dachte eigentlich, egal welcher Platz raus kommt, der tiefe Kreuzkurs macht ordentlich Spaß, da der ILCA endlich mal fährt.

bild rene kuring

Als ich mich dem Luvfass näherte, wunderte ich mich aber, dass die von rechts kommenden ziemlich abgeschlagen wirkten und rundete ungefähr als 7. oder 8. die Eins. Und das hielt ich über den gesamten weiteren Kurs. Auch die zweite Kreuz fuhr ich eher links und noch einmal ging die Taktik auf. Es war auch etwas weniger Wind und meine Geschwindigkeit an der Kreuz war ganz ok.

ILCA6 auf ihrer zweiten Kreuz
und wieder hinter den meisten

Kurz vor der Vierten zog eine schwarze Wolke über den Müggelsee und brachte ordentlich Wind mit sich und auch etwas Regen. Der Wind hielt sich fast die gesamte Startkreuz. Auch hier fehlte mir etwas der Speed und die Spitze und größere Teile des Feldes waren weit weg, als ich zur Eins kam. Der Vorwind nervte wieder. Es ist immer noch nicht mein Lieblingskurs. Ich kam aber ohne Probleme durch und über die zweite Kreuz und weiter ins Ziel.

bild rene kuring

Am Sonntag ging es dann noch einmal für eine Wettfahrt aufs Wasser. Der Start wurde von 10:00 auf 11:00 nach hinten verlegt, so dass wir doch wieder mit den Optis gemeinsam aufs Wasser gingen. Auch das war aber kein großes Problem, da die Slipanlage knapp 20 Minuten nach Zehn komplett leer war und wir mit unseren Kühlschranktüren somit noch ausreichend Zeit hatten.

bild rene kuring

Der Wind wehte zuerst noch nicht allzu stark und es ging locker über den Müggelsee auf die Ostseite. Ein bisschen durch die Optis glitschen und nach den Brandenburgern suchen, aber gesehen habe ich sie nicht.

Während ich mich dem Startgebiet nähere, wird immer noch am Kurs gebastelt. Und auch die Startlinie ist zwar halbwegs lang, aber wieder einseitig ausgelegt. Schon beim Einsegeln wird deutlich, dass am Schiff die bevorteilte Seite ist und man am Pinend und auch auf dem Backbordschlag (früher war das der Steuerbordbug) keine Chance haben wird.

bild rene kuring

Ich positioniere mich daher für den Start in Lauerposition hinter dem Schiff, in der Annahme oder Hoffnung, dass ich so halbwegs über die Linie komme. Ich hatte gestern meine Defizite erkannt – früher Anfahren, besseres Timing. Die Lücke tat sich aber nicht wie erhofft auf und so konnte ich doch erst etwas verzögert losfahren. Das war aber auch egal, weil es einen Allgemeinen Rückruf gab.

Beim zweiten Versuch blieb ich doch wieder auf der Pinendseite unseres kleinen Fleets. Anfahren und auch Timing klappten auch ganz gut, aber ich hatte den Fehler gemacht, mich neben Robert Stanjek zu stellen. Und der ballerte in den ersten Augenblicken so los, dass ich gleich in seiner Abdeckung war. Außerdem kam auch eine lange kräftige Bö, bei der ich wieder in den Durchkommenmodus wechselte.

ILCA6 Begegnung mit Regenbogen

Nachdem ich Platz zum Wenden hatte, legte ich aber um und fuhr heute die Startkreuz über rechts zum Wasserwerk. Der Wind kam ähnlich wie gestern, so dass zumindest auf der Startkreuz auch die rechte Seite funktionieren sollte. Wir waren insgesamt 4, die rechts raus fuhren. Ich hatte dadurch freien Wind und die Rechnung ging auf. An der Luvtonne schoben sich die beiden Gruppen wieder zusammen und ich war zwar letzter auf dem Kurs, aber dicht an den anderen dran.

Vorwind war mir mal wieder ein bisschen viel für den direkten Kurs. Ich fuhr also einen Rechtsbogen, war dabei auch recht schnell und hatte den Eindruck, an die anderen sogar heran zu kommen. Dann kam aber die Halse, die ich verkackte und so war ich dann doch deutlich hinten.

Ich überlegte kurz, abzubrechen. Beschloss dann aber doch das kurze Ende zu Ende zu fahren. Die zweite Runde lief dann auch gut und danach ging es auf die lange Heimkreuz. Die ILCA4 waren zu dem Zeitpunkt übrigens noch bei ihren Startversuchen.

bild rene kuring

Am Ende war ich dann in der Gesamtwertung Drittletzter geworden. Spaß hat es trotzdem gemacht und irgendwie sehe ich durchaus Potenzial,  der Abstand war nicht so riesig. Und ich werde im nächsten Jahr wohl weiter auf der Kühlschranktür unterwegs sein und auch Regatten fahren.

Die Ergebnisliste ist hier zu finden: DER WIKINGER 2026 – ILCA 4 (BJM), ILCA 6 (BJM), ILCA 7 und EUROPE – 10.10.2026 – 11.10.2026 und hier geht es zu meinem „offiziellen“ Regattabericht auf der Stahl-Finow-Seite: Regatten auf dem Müggelsee Herbst 2026 – Stahl Finow | Abt. Segeln


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