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IDEE

Liegeräder haben zur Zeit wieder Konjunktur und so erscheint es logisch, daß ich gerade aus diesem Grund jetzt auch mal schnell eines bauen will. Aber meine ersten Überlegungen sind schon viel älter. Und das Kuriose ist, gerade die heute fast nur noch MTB-orientierte Zeitschrift bike ist die Ursache hierfür. Anfang der Neunziger gab es eine Reihe von Artikeln, die sich mit der Zukunft des Fahrrades beschäftigten (wenn Du die bike heute ließt, glaubst Du nicht mehr unbedingt, daß der Blick mal weiter rechte als bis zum reinen MTB). Und bei diesen Artikeln tauchten auch immer wieder Bilder von Liegerädern auf.

Zur gleichen Zeit fand ich auch das Buch von Gunnar Fehlau über Liegeräder, das ich mir natürlich sofort kaufen mußte und lange Zeit von vorne bis hinten immer wieder durchblätterte (natürlich auch etwas drin las).

Und dann fing ich an darüber nachzudenken, wie ich mir ein Liegerad vorstelle, wie ich es bauen würde wenn... ich machte einige Entwürfe und nachdem sie sich immer mehr ähnelten fing ich an zu bauen.

Ziele dabei waren vor allem:

- Verwendung gleich großer Räder (am besten 26-Räder)
- niedrige Sitzposition
- Verwendung möglichst vieler Serienteile
- größtmöglicher Selbstbau

Im Gegensatz zu vielen anderen, die sich mit dem Liegeradbau beschäftigen, hatte ich wenig bzw. keine Erfahrung mit dem Schweißen oder Löten, dafür aber schon einige Erfahrungen mit dem Laminieren. Und da das Rad günstig werden sollte, entschied ich mich für die Ausführung meines ersten Rahmens in GFK - Glasfaserverstärkter Kunsstoff.

Um schnell zum Ziel zu kommen entschied ich mich für die Positiv-Bauweise, d.h. es wird ein Kern geshaped und anschleißend mit Glasfasergeweben und Epoxidharz ummantelt. Der Kern wurde aus Styrodur aus dem Baumarkt geformt. Styrodur hat im Gegensatz zu einfachem Styropor den Vorteil, daß nicht einzelne Partikel zusammengepreßt sind, sondern daß es eine relativ dichte Struktur hat.Dadurch entstehen beim Schleifen glatte Oberflächen, die sich gut überkleben lassen, ohne sehr viel Harz aufzunehmen. Die Dichte und damit auch das Gewicht ist nur unwesentlich höher.

Die Bauphase zog sich sehr lange hin und führte schließlich nach mehr als einem Jahr (es passierte also dochnoch...) zum fahrfertigen RUNABOUT. Verwendet wurden eine Platte Styrodur (50mm für ca. 25,- DM), 5 kg Epoxidharz (Preis ca. 150,- DM) und dazu ca. 3 m² Glasfasergewebe, mit ca. 220 g/m² für ca. 40,- DM - reiner Materialpreis also gut 250,- DM.

runabout
runabout

Es folgten einige Testfahrten, bei denen sich vor allem herausstellte, daß die starke Umlenkung der Kette zu extremem Verschleiß der gewählten Rollen und zu sehr hoher Reibung führte.

Aus diesem Grund beschloß ich einen ersten Umbau, bei dem ich die Kettenlinie stark verflachte und dadurch auch die Reibung und Umlenkraft etwas verringerte, das Problem der extremen Abnutzung der verwendeten Rollen blieb aber und so beschloß ich nach insgesamt ca. 200 gefahrenen Kilometern einen komplexeren Umbau. U.a. wollte ich auch eine Federung fürs Heck einbauen. Und dabei blieb es dann, eine bzw. mehrere verschiedene Arbeitstellen verzögerten die Arbeiten so weit, daß der Umbau gestorben war.

Statt dessen entstand Anfang 2002 die Idee das Rad noch einmal komplett neu zu bauen, aufbauend auf den Erfahrungen des runabout entwarf ich ein neues Rad, diesmal angepaßt an ca. 10 bis 12 cm Federweg am Heck und ebenso viel an der Front.

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