Wasserkeilhebewerke sind eine besondere Art von Schiffshebewerken mit Naßförderung, bei denen das Schiff in Längsrichtung in einem Wasserkeil eine schiefe Ebene hinaufbefördert wird. Der Wasserkeil wird durch Antriebseinheiten mit einem abgedichteten Schild nach oben befördert.
Wie das ganze abläuft kann auf einer französichen Animation gesehen werden, von der auch der folgende Screenshot stammt:

Quelle und Link zur Animation: Lex Canaux historiques
Bisher wurden erst zwei Schiffshebewerke nach diesem Prinzip in Frankreich gebaut. Sie stehen in Montech und Fonseranes, wobei letzteres dauerhaft außer Betrieb sein soll.
Als Vorteil dieser Bauform kann neben den für Schiffshebewerke mit geneigten Ebenen allgemein gültigen Vorteilen, sicher der geringe Aufwand bzgl. der Gründung gesehen werden, da der Antrieb mit dem Stauschild nach oben fährt und somit keine Widerlager für Umlenkrollen oder Antriebe notwendig sind.
Als große Nachteile müssen aber die hohe notwendige Leistung der (bzw. des) Schildantriebe und auch die Herausforderungen bei der Abdichtung des Stauschildes zur Hebwerksrinne gesehen werden.
Schon für die Förderung der relativ kleinen heute auf dem Canal latéral à la Garonne fahrenden Schiffe (38,5 m / 5,50 m / 250 t - wikipedia) haben die beiden Antriebseinheiten eine Leistung von jeweils 1000 PS. Im Vergleich dazu ist die in Niederfinow (Link zum WSA Eberswalde) installierte Leistung sehr gering und beträgt nur 4 x 75 PS = 300 PS, wobei damit Schiffe bis ca.1.000 t Ladung gehoben oder gesenkt werden.
weitere Links: Wasserkeilhebewerk von Montech | Schiffshebewerk (Erklärung bei wikipedia) | Canal du Midi | Lex Canaux historiques
Gestoßen bin ich auf das Wasserkeilhebewerk durch einen Artikel aus der Stuttgarter Zeitung, der sich mit dem historischen Neckarausbau beschäftigt: Frösche statt Schiffe