Lost trails of Barnim - MTB Touren

Tour durchs Frankenland

Ein freier Tag in Bayern gibt mir die Gelegenheit die fränkischen Trails auszuprobieren. Dazu starte ich von Münzinghof in der Nähe von Velden mit einem langen Downhill ins Tal der Pegnitz.

Das Tal ist sehr malerisch gelegen. Rechts und links steile Wände, teilweise Fels, dazwischen die Pegnitz, eine Bahnlinie (die immer wieder in Tunneln verschwindet) und die kleine Straße. Es herrscht relativ wenig Verkehr und so kann ich mich in Ruhe warm rollen.

Mein Ziel ist Fürth, aber einen genauen Plan über die Route habe ich derzeit nicht und so kann ich einfach dem Wanderweg nach Hohenstein folgen, der bald nach rechts von der Straße abgeht. Es sind zwei Routen ausgeschildert, die verschieden lang sind und ich wähle die kürzere, da ich mir davon knackigere Anstiege und Abfahrten und vielleicht auch einen schöneren Ausblick unterwegs erhoffe.

Es geht zunächst durch eine Klamm sehr steil aufwärts. Dann gabelt sich der Weg und meine Route geht auf einem Singletrail weiter bergauf, jedoch nicht so steil. Allerdings sind hier feuchte Wurzeln, Steine und Matsch so gehäuft, daß ich mich beim fahren sehr konzentrieren muß.

Tal der Pegnitz

Wegweiser

Singletrail


Über einen Waldweg erreiche ich Treuf. Ab hier muß ich etwas auf der Straße fahren, ehe der Wanderweg nach rechts von der Straße abzweigt. Eine Gruppe von Wanderen begnet mir und grüßt freundlich zurück. Dann gehts weiter immer leicht bergauf und bergab, teilweise sind steile Abschnitte darunter.

Nach gut 2 Stunden ist Hohenstein mit seiner Burg erreicht. Wie auf einem Adlerhorst trohnt sie oberhalb des kleinen Ortes. Ich beschließe auf der Südseite entlang der Burgmauer aufzusteigen, muß dabei das Bike aber schultern. Die Treppe ist so steil, daß ich ziemlich keuche. Die Burg ist geschlossen und so bleibt mir nur der Anblick von außen.

Burg
Hohenstein
Kona
Cinder Cone
Wasserkraft
unterhalb von
Hohenstein

Von der Hohensteiner Burg fahre ich nach Westen durch den Wald ab, muß den richtigen Weg aber erst suchen. Zwei mal fahre ich in eine Sackgasse und muß wieder auf den Berg hochfahren. Erst dann finde ich die steile Abfahrt, die mich fast direkt nach Algersdorf bringt.

Hier wieder etwas Straße, ehe ich einen Waldweg finde, der in Richtung der Ruine der Festung Rothenberg führt. Die Festung ist nicht geschlossen, aber die nächste Führung erst in einer dreiviertel Stunde. Die Zeit habe ich leider nicht und so stürze ich mich den Hang hinab.

Es ist nur ein relativ kurzer steiler Abschnitt, dann endet der Wald und ich stehe an einem Gasthof. Unter mir breitet sich Schnaittach aus und der Blick ist offen nach Westen. Die Fränkische Alb scheint hier zu Ende zu sein.

Festung
Rohtenberg
Festung
Rohtenberg
Kona Cinder
Cone unterhalb
der Festung

Von Schnaittach geht es relativ eben durch Kiefernwald weiter nach Westen. Dabei überquere ich den Röttenbach und lande fast in einem Kiestagebau. Die Wege hier erinnern mich etwas an trockene Teile der Schorfheide. Der Weg ist ausgefahren und sandig, rechts und links stehen Kiefern und zwischen den Kiefern strömt viel Licht herein.

Dann verlasse ich die Waldwege und fahre für viele Kilometer über kleine Straßen und durch mehrere kleine Dörfer. An einem Bäcker kaufe ich zwei Stück Kuchen, im Dorfladen dann noch eine Milch und lasse mich im Schatten auf einer Bank nieder. Die Hitze macht mir ziemlich zu schaffen, der Liter Milch ist ruckzuck "verdunstet". Es erinnert mich etwas an die Tour durch Ungarn vom letzten Jahr, bei der es in der ersten Woche immer über 30C warm war.

Abfahrt nach
Schnaittach
untypischer
Waldweg
Am Main-
Donau-Kanal

In Günthersbühl verlasse ich den Asphalt wieder. Es geht jetzt in den Seebalder Reichswald. Das Gelände wird noch einmal interessant und ich folge einigen MTB-Reifenspuren auf einem Wanderweg. Der Weg ist streckenweise herrlicher Singletrail, aber dann geht es durch ein Gebiet, wo Holz geschlagen wurde und die Forstfahrzeuge alles umgewühlt haben. Anschließend geht es auf einer Waldautobahn bis Heroldsberg.

Hinter Heroldsberg scheint es nur noch flach zu sein. Der einzige Anstieg war der zu einer Brücke über die A 3. Ich umrunde den Nürnberger Flughafen und fahre bis Fürth weiter auf Asphalt. Der bremst sehr und saugt mir die Kraft aus den Waden. Und dazu die Hitze... Den Friedhof in Poppenreuth nutze ich für eine kleine Erfrischung, hier sprudelt herrlich kühles Wasser, daß ich mir über den Nacken laufen lasse.

Am Bahnhof von Fürth treffe ich blacksurf, die ich von der IBC kenne. Ich freue mich sehr, sie endlich mal live zu erleben! Dann starten wir eine verschlungene Tour in den Führter Stadtwald. surf betont immer, daß sie ja eigentlich krank sei und deshalb nicht so schnell, aber ich bin doch über ihr Tempo erstaunt, denn sie ist schneller als einige meiner Jungs. Aber ich kann ganz gut mithalten.

Wir erreichen die Eisdiele mit dem besten Eis der gesamten Region und lassen uns geschafft in den Schatten fallen. Die Hitze scheint sich noch einmal verstärkt zu haben. Auf jeden Fall fühle ich mich etwas wie ein Wasserfall. Das scheint zumindest dafür ein gutes Zeichen zu sein, daß ich noch nicht dehydriert bin...

Nach einem wirklich leckeren Eis machen wir uns wieder auf den Weg. Bald habe ich mein date mit Axel, der mich in Wendelstein aufpicken will, so daß wir von hier weiter zum Ammersee zu unserer Regatta fahren. Bis Wendelstein will ich am Ludwig-Donau-Main-Kanal entlang fahren und so führt mich surf zuerst zum Main-Donau-Kanal, von wo ich den LDMK alleine gut finden kann.

"Wegweiser"
Ludwig-Donau-
Main-Kanal
Schleusenhaus

Am Main-Donau-Kanal heißt es dann schon wieder Abschnied nehmen, denn meine liebe Begleiterin muß noch etwas arbeiten... Gerne wäre ich noch etwas länger mit ihr zusammen gefahren. Naja, irgendwer muß ja unser Bruttosozialprodukt verdienen ;-). Und so mache ich mich allein auf den letzten Abschnitt.

Zuerst geht es entlang des Südufers des Main-Donau-Kanals, der durch seinen Bau ware Proteststürme ausgelöst hat. Es war ständig die Rede davon, daß er sowieso nie ausgelastet sein würde und sowieso alles viel zu teuer ist und nur die Natur zerstört. Aber heute bietet sich mir ein anderes Bild. Während der knapp 10 km, die ich am Kanal entlang fahre, kommen mir immerhin 3 mittelgroße Frachtschiffe entgegen. Zwei von ihnen sind auch voll abgeladen.

Am Nürnberger Hafen wechsel ich das Ufer und verlasse kurz darauf auch den Kanal. Ein nach links in den Wald biegender Biker gibt mir die Richtung vor, der direkt an einem Imbis auf einem Weg verschwand. Ich folge ihm und komme so zum Ludwig-Donau-Main-Kanal, der zumindest in Resten noch vorhanden ist.

Alles ist gut gepflegt hier, rechts und links des Kanals ordentliche glatte Wege. Der Kanal führt zwischen den Schleusen auch sehr geradlinig durch die Landschaft und erinnert mich nur entfernt an den Finowkanal, der bei mir zu Hause vor der Tür entlang fließt.

Kurz vor der vereinbarten Zeit treffe ich in Wendelstein ein und finde Axel auch gleich. Der Marktbrunnen bringt mir noch ein bischen Erfrischung und dann geht es auch schon los zum Ammersee - Das SEGELN wartet!


stw (2004)

Tourdaten

  • Start: Münzinghof (Velden)
  • über: Fürth
  • Ziel: Wendelstein
  • Streckenlänge: ca. 115 Kilometer
  • Fahrzeit: ca. 6 h

  • Wetter:
    Wind: aus südlicher Richtung, zunehmend bis ca. 4 Bft.
    wolkenlos bis leicht bewölkt, schwül, Temperatur bis über 30C

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